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    Tinka von Hasselbach

    Tinka von Hasselbach lebt und arbeitet in Bonn.

    Peter Lodermeyer, Text zur Ausstellung "Blush", Dezember 2020:

    Wohl keine andere Farbe ist so sehr mit Wertungen und Vorurteilen besetzt wie Rosa. Trotzdem, oder genau deswegen hat Tinka von Hasselbach eine gewisse Sympathie für diese Mischfarbe aus Rot und Weiß entwickelt. Das koloristische Spektrum von Rosa erscheint ihr farbmalerisch noch voller Potential, denn es ist ungeheuer nuancenreich und entfaltet, wenn man es erst einmal von dem Klischee, gefühlig, mädchenhaft oder dekorativ zu sein, befreit hat, überraschend viel-fältige visuelle und emotionale Qualitäten. „Blush“ nennt von Hasselbach eines ihrer mono-chromen quadratischen Bildobjekte. Im Englischen bedeutet „to blush“ soviel wie erröten. Der dichte, feste Rosa-Ton von „Blush“ ist begrifflich schwer zu fassen, er kommt dem Auge nicht so offensiv entgegen wie Rot, entwickelt aber auch keine illusionistische Tiefe, sondern steht klar, kompakt und in sinnlicher Schönheit auf der Bildoberfläche. In seiner warmen Tonalität, die an menschliche Haut erinnert, erscheint das Bild als so etwas Paradoxes wie Anthropomorphie in extremster Reduktion.

    Das Pigment, das Tinka von Hasselbach in „Blush“ vermalte, nennt sich Chinesisch Zinnober, es ist dasselbe, das sie, stark aufgehellt, auch im Mittelteil des großformatigen Gemäldes „Après“ verwendet. Dort wird das helle Rosa eingefasst von einem behutsam modulierten In-digoblau im unteren Drittel und silbrigem Grau am oberen Bildrand. „Blush“ und „Après“ be-zeichnen die beiden Pole im Werk der Malerin: einerseits reine Farbmalerei, malerische Artikulation von Farbe als Farbe, andererseits die gründliche Beschäftigung mit Farbphänome-nen in der Natur. Die Vorstellung, die das großformatige „Après“ unvermeidlich auslöst, ist die eines Sonnenuntergangs am Meer. Kann man heute noch allen Ernstes Sonnenuntergänge malen, dieses millionenfach abfotografierte und verbrauchte Motiv? Tinka von Hasselbach kann es, denn sie fasst es eben nicht als Landschaft auf, nicht als mimetische Darstellung, es geht ihr vielmehr um die malerische Umsetzung eines intensiven Licht- und Farberlebnisses an der französischen Atlantikküste. Der Titel verweist darauf, dass dies Farben sind, die sich erst nach dem Untergang der Sonne zeigten. Je länger man das Gemälde betrachtet und sich in seine spezifische Räumlichkeit vertieft, desto mehr schwindet die Landschaftsassoziation, desto eindrücklicher kommen die sanfte Bewegung der Farben selbst und der stille Dreiklang der Farbzonen zu ihrem Recht.

    Die Farbmalerei Tinka von Hasselbachs speist sich aus ihrer genauen Naturbeobachtung, ins-besondere am Meer oder am geliebten Lago Maggiore, den sie nur LAGO nennt. Wer ihre akribischen Zeichnungen und Notizen von Wetter, Wolken und Wasser kennt, ihr geradezu obsessives, zeichnerisches und fotografisches Festhalten selbst feinster, ephemerster Natur-erscheinungen, ahnt, wie wichtig ihr die Naturbeobachtung als Schule des genauen Sehens ist. Das Wichtigste dabei ist die Stille im reinen, absichtslosen Wahrnehmen des Lichts und der Farben. Eben das ist es, was ihr in der Übersetzung des Natureindrucks in die Eigengestalt des gemalten Bildes so überzeugend gelingt: das Stillwerden in der aufmerksamen Betrachtung des Bildes, der gemalten Farbe.



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    Biografie / Ausstellungsverzeichnis

    Webseite von Tinka von Hasselbach